Artist Statement

Keanu Sapadi (*1993, Brühl) ist ein visueller Künstler, der Gefühle als dynamische epistemische Struktur untersucht. Intuitiver Prozess und das Schaffen aus der Ungewissheit heraus bauen auf Prägungen seiner Heimatregion Nordrhein-Westfalen auf.

Eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten erfolgt durch seine surrealistische Heimatstadt, Brühl. Mit einer prozessorientierten Methode lehnt sich Sapadi daran an. Sie setzt sich fort durch eine Fluxus-berührte Haltung, die den Prozess in den Vordergrund stellt. Sie wird aber durch das Metaphysische nach dem von Helmut Kuhn geschriebenen Essay „Die Ontogenese der Kunst" als Wandlung reflektiert. Und dafür muss man sich den Schattenseiten stellen. Der Künstler spielt damit. Auch durch die subkulturelle Prägung seiner Jugend durch Metal, Emo und Hardcore-Punk.

Der Ankerpunkt, Gefühle, führt verschiedene mediale Projekte zusammen. Gleichzeitig verbindet sie ein prozessorientiertes Schaffen. Ein Werk ist nicht durchgeplant und erlaubt Momente der Ungewissheit. Emotionale Tabus werden durchbrochen. Die Schlüsselfrage des Künstlers lautet "Wie passieren Gefühle?".

Eine handwerkliche Auseinandersetzung von Zeichnung und Malerei ist die Basis. Ein starkes Bild öffnet den Dialog. Ästhetische Kraft und konzeptuellen Rahmen hinterfragt Sapadi mit seinem Alter Ego. Installationen und Performances arbeiten in den Raum und stützen die konzeptuelle Ebene. Beispielsweise wurde in der Serie "Fragile Gewalt" das Thema Zorn zeichnerisch aufgearbeitet und ein Shift veranlasst, um seine destruktive Natur in eine schöpferische Quelle zu verwandeln.

Ein spielerischer Raum bleibt offen und der lässt sich bewusst übertragen. Eine Diskussionsgrundlage über Strukturen hängt von der Offenheit der Teilnehmenden ab. Raum lässt sich erschaffen und stabilisieren.

Aus den eigenen Notizen: „Things happen in space. They simply fill the emptiness that space provides. The same goes for feelings."